Die Wahl des richtigen Staplers ist bei Kragarmregalen entscheidender als bei jedem anderen Regalsystem. Da das Lagergut (Langgut) oft breiter ist als der Stapler selbst, würde ein normaler Frontstapler in herkömmlichen Gängen stecken bleiben.
1. Trennung von Verkehrswegen
Grundsätzlich gilt: Wo immer möglich, sollten Fahrwege für Stapler und Gehwege für Menschen baulich getrennt sein.
- Kennzeichnung: Wege müssen durch unmissverständliche Bodenmarkierungen (meist gelbe Linien) gekennzeichnet werden.
- Schutzplanken: In besonders gefährdeten Bereichen (z. B. an Regalenden oder Kreuzungen) sollten robuste Leitplanken aus Stahl installiert werden, um Fußgänger vor ausschwenkendem Langgut zu schützen.
2. Sicherheitsabstände in den Gängen
Wenn sich Fußgänger und Stapler denselben Gang teilen müssen (was in kleineren Lagern oft vorkommt), gelten folgende Maße:
- Zusatzbreite: Zu der Breite des Staplers (inklusive der aufgenommenen Last!) muss auf beiden Seiten ein Sicherheitsabstand für Fußgänger eingerechnet werden.
- Das Maß: In der Regel rechnet man mit mindestens 0,75 m bis 1,00 m freiem Durchgangsweg neben der Last, wenn dort Personen verkehren.
- Begegnungsverkehr: Sollen sich zwei Personen gefahrlos passieren können, erhöht sich dieser Wert auf 1,50 m.
1. Der Seitenstapler
Seitenstapler sind die Standardlösung für das Handling von Rohren, Profilen und Holzpaketen.
- Funktionsweise: Die Last wird seitlich aufgenommen und auf einem sogenannten "Tisch" (einer Plattform am Stapler) abgelegt.
- Vorteil: Der Stapler fährt mit der Last in Längsrichtung. Dadurch können die Arbeitsgänge extrem schmal gehalten werden.
- Einsatz: Ideal für sehr lange Güter und schmale Gänge in großen Lagern.
2. Der Mehrwege-Seitenstapler
Diese Geräte kombinieren die Vorteile von Front- und Seitenstaplern.
- Funktionsweise: Alle Räder lassen sich um 90° oder sogar 360° drehen. Der Stapler kann aus dem Stand in jede Richtung losfahren (Längsfahrt, Querfahrt, Kreisfahrt).
- Vorteil: Er ist extrem manövrierfähig und kann auch Paletten wie ein normaler Stapler händeln. Er spart im Vergleich zum herkömmlichen Seitenstapler noch mehr Platz beim Rangieren.
- Einsatz: Enge Lagerhallen mit gemischtem Sortiment (Palette und Langgut).
3. Der klassische Frontstapler
Ein normaler Gabelstapler kann Kragarmregale nur unter bestimmten Bedingungen bedienen.
- Vorteil: Meist im Betrieb bereits vorhanden, keine Zusatzkosten für Spezialgeräte.
- Nachteil: Da die Last quer auf den Gabeln liegt, muss der Arbeitsgang so breit sein wie das Lagergut lang ist.
4. Hochhubwagen
In kleineren Werkstätten oder Baumärkten kommen oft handgeführte Elektro-Geh-Stapler zum Einsatz.
- Einsatz: Nur für leichte Kragarmregale und geringe Hubhöhen.
- Einschränkung: Achten Sie darauf, dass das Gerät keine Radarme am Boden hat, die gegen den Fuß des Regals stoßen könnten.
5. Der Schubmaststapler
Schubmaststapler sind eine Weiterentwicklung des Standardstaplers und in vielen Logistikzentren das Rückgrat der Lagerung.
- Funktionsweise: Der Mast kann nach vorne ausgefahren („geschoben“) werden, um die Last aufzunehmen, und wird für den Transport wieder nach innen zwischen die Radarme gezogen.
- Einsatz am Kragarmregal: Er eignet sich hervorragend, wenn das Langgut nicht extrem lang ist (bis ca. 3–4 Meter) oder wenn das Regal auch zur Lagerung von Paletten genutzt wird.
- Vorteil: Er benötigt deutlich weniger Platz als ein Frontstapler und kann sehr hoch heben.
- Nachteil: Da die Last quer vor dem Gerät getragen wird, ist er für 6-Meter-Rohre in schmalen Gängen ungeeignet.
6. Kran mit Gabelaufsatz
Wenn Stapler an ihre Grenzen stoßen (z. B. bei 12 Meter langen Stahlträgern oder in sehr engen Hallen), kommt der Hallenkran zum Einsatz.
- Funktionsweise: An den Lasthaken des Krans wird ein spezieller Gabelaufsatz (auch Krangabel oder Ladegabel genannt) oder eine Langgut-Traverse gehängt.
- Vorteil:
- Keine Gangbreite nötig: Da die Last von oben kommt, müssen keine breiten Gänge für Fahrzeuge freigehalten werden. Die Regale können viel dichter beieinander stehen.
- Laststabilität: Durch Traversen mit mehreren Aufhängungspunkten wird verhindert, dass sich langes Material beim Heben gefährlich durchbiegt.
- Einsatz: Schwereisenlager, Stahlhandel und schwere industrielle Fertigung.